Leben und Werk des Marquis de Sade

Wie schon zu seinen Lebzeiten, so gilt der Marquis de Sade auch heute noch als äußerst skandalumwitterte Figur. Werke wie „Die neue Justine“ oder „Die Geschichte der Juliette“ haben vom Zeitpunkt ihres Erscheinens an die Welt in Schrecken versetzt. Manchen gelten sie als die anstößigsten Werke, die jemals geschrieben wurden. Andere hingegen zählen de Sade zu den scharfsinnigsten Denkern seiner Zeit, dem sie es hoch anrechnen, dass er die Abgründe der menschlichen Psyche bis in ihre finstersten Verästelungen ausgeleuchtet und auf diese Weise zum Beispiel den Ursprung von Gewalt freigelegt und einer Psychopathologie der Sexualität die entscheidenden Anstöße gegeben hat. Daher sollte man de Sade als einen Denker ernst nehmen, der seine Analysen auf dem Boden einer höchst spannenden und mit unerbittlicher Logik durchdachten philosophischen Grundlage entfaltet.

Insbesondere auch von feministischer Seite ist de Sade wiederholt eine Aufmerksamkeit geschenkt worden, die seine Leistung anerkennt. So haben sich etwa Simone de Beauvoir, Angela Carter und Camille Paglia intensiv mit ihm und seinem Frauenbild auseinandergesetzt – nicht zuletzt auch deshalb, weil de Sade die wohl stärksten Frauengestalten der Weltliteratur geschaffen hat.

Termin: Samstag 1. April 2017, 10:30 – 17:00 Uhr
Gebühr: € 35 (Arbeitslose, Schüler, Auszubildende und Studenten zahlen nichts.)
Referent: Prof. Dr. Friedhelm Decher